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Morphologie der Incisiven

Tipps zum besser werden.

Im folgenden Blogbeitrag zeige ich dir, wie du

  • mit geringen Mitteln eine große Wirkung für dich erzielst.
  • Dein Auge „kalibrierst“.
  • Dein Formgefühl verbesserst.

Das geht natürlich nur, wenn Du bereit bist etwas Zeit in dich zu investieren.
Eine zahntechnische Fortbildung eben 🙂

Na dann lass uns mal loslegen …….
Zuallererst brauchst du ein natürliches Vorbild, sozusagen ein Muster von dem du abschauen kannst. Einen kompletten, natürlichen OK Frontzahn. Da nicht jeder einen natürlichen Frontzahn in der Schublade liegen hat….. frag in einer Zahnarztpraxis nach, ob sie dir einen extrahierten OK Frontzahn geben können. Du kannst ihn auf einen Block kleben und dublieren (siehe Bild oben), oder direkt nacharbeiten.
Als zweites brauchst du einen kleinen, rechteckigen Gipsblock. Er sollte etwas größer dimensioniert sein, als deine natürliche Vorlage.
Jetzt lege dir noch ein paar Sachen zurecht:

  • Schleifkörper für Gips, in grob und fein + weiße Universalgummilinse
  • Stechzirkel oder Schieblehre
  • Buntstift
  • Timer
  • Den Willen besser zu werden und somit deinen persönlichen Marktwert zu steigern! *jippiiii*

Du ahnst es wahrscheinlich schon…. 😉

Jaaaaa, jetzt wird aus dem Vollen geschliffen!

Starte den Timer mit 60 Minuten….ja, genau 60 Minuten.
Zeichne dir die 4 Seiten mesial (M), distal (D), palatinal (P) und labial (L) auf die 4 Seiten deines Gipsblöckchens an. Das ist jetzt dein Sockel.
Weiter unten in diesem Blogartikel findest du ein komplettes Video zu dieser Übung.
Lege dein Muster und dein Gipsblöckchen übereinander und zeichne drum herum. Wiederhole das mit den weiteren 3 Seiten.
Jetzt hast du auf allen 4 Blockseiten die 4 Umrisse deines Musters.

Fang mit der groben Gipsfräse an zu schleifen. Pass zuerst die Höhe deines Gipsblöckchens an das Muster an.
Konzentriere dich beim reduzieren auf eine Fläche und deren gegenüberliegende Fläche. Wenn du labial schleifst, habe die palatinale Fläche mit im Blick. Blende distal und mesial aus.
Genauso, wenn du an der mesialen Fläche arbeitest, arbeitest du auch an der distalen Fläche.
Schleife mit groben Schleifkörpern bis du zum Herausarbeiten der Details kommst und werde, wie die Details auch, immer feiner mit deinem Werkzeug.
Vergleiche oft Vorlage und Werkstück aus verschiedenen Blickwinkeln.

Abgucken ist hier das Zauberwort 😉

Schnapp dir den Buntstift, zeichne dir den Verlauf der Leisten nach. Es hilft dir deine Leisten genauer zu positionieren. Auch der Stechzirkel, oder die Schieblehre geben dir einen genauen Überblick über Länge und Breite.

Schau dir mein Video auf YouTube an. ……> https://youtu.be/T7NrBjLeI6U
(Es ist kein „Hochglanzvideo“! Dafür allerdings ehrlich, mit Blick auf das Wesentliche.)

Nach 60 Minuten hörst du konsequent auf an deinem Werkstück zu arbeiten!
JAAAA….das ist wichtig. In meinen Morphologiekursen drohe ich damit den Strom nach 1h abzuschalten…ha, ha, ha :)))
Säubere dein Kunstwerk und die Vorlage. Schnapp dir dein Handy und mach jeweils ein Bild, wo Vorlage und dein Werkstück nebeneinander liegen, aus den Blickwinkeln: L, M, P, D und Incisal.
Was fühlst Du beim Betrachten der Bilder?
Es ist erwiesen, dass erlerntes Wissen durch Emotionen besser im Gehirn verankert wird.
Also solltest du dich über eine gelungene Kopie freuen, oder über eine noch nicht perfekte Form ärgern….. SUPER!
Dran bleiben…..> besser werden!

Jetzt wünsche ich dir viel Spaß bei deiner Fortbildung in zahntechnischer Morphologie.
Gerne kannst du mich über Facebook anschreiben.
https://www.facebook.com/AssmannDentalService



Natürliche Restaurationen

Im Labor-Alltag umsetzen

Was bestellt wird, wird auch geliefert! Auch der „Lattenzaun“ in „Tip-Ex weiß“. Ja, auch wenn die Situation von Natur aus verschachtelt war.

Doch was, wenn Du eine natürlich verschachtelte Situation erstellen sollst? Auch wenn…oder gerade dann, wenn situationsbedingt nicht verschachtelt wird.

Irrelevant welche Herausforderung auf Deinem Platz steht…
Ich zeige Dir hier im Zahntechnik-Blog zwei kleine Tricks, mit denen Deine Keramikkronen/ Keramikbrücken oder Kunststoffverblendungen an Natürlichkeit gewinnen.

Die kleinen Tricks sind simpel, allerdings sehr effektiv.

  • Geh zum Zahnschrank und such Dir eine Garnitur, ähnlich Deiner Situation aus.
  • Bei einer verschachtelten Situation bewegst Du die Kunststoffzähne auf dem Zahnplättchen so, wie Deine spätere Restauration stehen soll.
  • Bei nicht verschachtelten Situationen kannst Du Dir ebenfalls eine Garnitur aus den Zahnschrank „ausleihen“ und Formmerkmale kopieren.
  • Besser noch….Du sammelst natürliche Situationen von Gipsmodellen oder Modellsegmenten.
    So kannst Du Dir Deine eigene Zahn-Bibliothek an natürlichen Zähnen zusammenstellen. 🙂 Bitte KEINE Frasacomodelle!
  • Jetzt der ultimative Tip: schau hier vorbei! ….> https://www.facebook.com/groups/665791043475530
    Die FB Gruppe „Natural teeth, learning from nature“ hat, mit ihren über 21000 Mitgliedern, eine umwerfende Galerie an natürlichen Zähnen!

Jetzt hast Du so einige visuelle Informationen, die Du für Deine Zahntechnik umsetzen kannst.
Schaue Dir den Verlauf der Leisten an. Wo sind konkave Riefen? Wie sind sie definiert? Auch Stellung und Winkel des einzelnen Zahnes lässt sich gut nachahmen.

Glückwunsch! Wenn Du diese Tricks direkt umsetzt, bist Du auf einem sehr guten Weg zu tolleren Restaurationen! 👏🏻

Morphologie

1. Was ist eigentlich Morphologie?
2. Was hat das mit Zähnen zu tun?
3. Warum ist das so wichtig?

Kennt Ihr das auch noch aus Eurer Lehrzeit?….Da saß ich (gefühlt) ewig an meiner Vollgußmodelation und fand sie ganz brauchbar.

3x dürft Ihr raten, was geschah. ….

Richtig! Der Meister kam und pflückte verbal meine Modellation auseinander. „…zu klobig, zu groß, hier muss noch was hin, hier muss was weg..“ Ich wurde immer kleiner auf meinem Stuhl.

In jedem zweiten Satz sprach er von Morphologie der Zähne.

Ich verstand nur „Bahnhof“.

Habt Ihr Euch das nicht auch schon mal gefragt, was mit Morphologie in der Zahntechnik gemeint ist?

Hier im Zahntechnik-Blog kommt die Erklärung 🙂

Fortbildung TO GO sozusagen.

Ich fange jetzt nicht mit Goethe an, der diesen Begriff 1796 in seinem Tagebuch erwähnte. 😉

Der Begriff Morphologie wird in heutiger Zeit von mehreren wissenschaftlichen Fachrichtungen genutzt. 

In der funktionellen Morphologie (u.a. für Zahnmedizin und Zahntechnik relevant) wird die Struktur, die Form im Hinblick auf eine bestimmte Funktion untersucht.

Man schaut ganz genau auf einzelne Elemente eines Organismus, die für eine bestimmte Funktion relevant sind. 

In diesem Kontext geht es um mehr als „nur“ 32 Zähne. 

Es geht auch um mehr als „nur“ einzelne Zähne im Kauapparat.

Jede Leiste, jede Grube, jede konkave und konvexe Fläche eines einzeln betrachteten Zahnes hat seine eigene Spezialisierung an eine bestimmte Funktion. Da geht es z.B. um abbeißen, zerkleinern, ableiten, Stabilität, Versorgung, Zusammenspiel.

In Millionen von Jahren hat sich die Form, die Struktur der Zähne an unsere Lebensweise angepasst. Der einzelne Zahn, mit der Gesamtheit aller weiteren Zähne ist im Zusammenspiel als Konstruktionsmorphologie zu sehen.

Im Klartext heißt das…> Form folgt Funktion

Schon etwas krass, dass man einen so langen Text und die Studien dahinter in 3 logische Worte packen kann. 😉

Die Evolution hat uns gezeigt, welche Form der Zähne uns am effektivsten, in ihrer Funktion weiterbringt. Ratet mal was jetzt kommt…..na klar…..DER Satz…. 

Deshalb müssen wir ZahntechnikerInnen die natürlichen Formen jedes einzelnen Zahnes genau kennen um dessen Funktion und Form kopieren zu können.

Puh….heftig…. zumal nichtmal alle Funktionen der vielen Leisten und konkaven/konvexen Flächen bekannt ist. Doch ein großer Teil davon ist entschlüsselt und kann im Zahnersatz naturgetreu nachgeahmt werden.

Warum Du häufiger Deine Augen „kalibrieren“ solltest.

Keramisch vollverblendete Zirkonoxidrestauration.

Geschulter Blick mit großer Wirkung: Lies hier, um zu erfahren, warum die Morphologie der Zähne auch für Deine Zahntechnik- Karriere wichtig ist.

Wer Zahnersatz herstellt, macht das meist unter gewissem Zeitdruck. Der Anspruch des Behandlers: soll schnell einzugliedern sein, perfekte Passung in alle Richtungen haben, Patientenzufriedenheit.

Der Anspruch des Patienten: keine Schmerzen, kauen können, schön aussehen (wobei die Definition von „schön“ ein Kaugummibegriff ist und im Auge des Betrachters liegt).

Je mehr Punktlandungen Du erzielst, desto wertvoller bist Du und kannst dies auch einfordern.

Doch nur die Wenigsten setzen in Schulungen Erlerntes dauerhaft um. 

Daher heißt es: Dran bleiben!

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3 Dinge, die Dir helfen naturnahe Zähne herzustellen.

1. Zieh alle Informationen heran, die Du kriegen kannst!

In der ZA Praxis ist der Patient (mit ALLEN relevanten Informationen) präsent.

Wir haben (minimum) 2 Abformungen OK/UK.

Um an ein Maximum an Informationen zu gelangen, muss der ZA Praxis das Verhältnis zwischen Aufwand und Mehrwert klar sein. 

Im Klartext heißt das: Situationsmodell VOR Präp., Patientenfotos VOR Präp. (Fahrplan Fotokarte Patient, für ZA Praxen ist eines der nächsten Themen im Fortbildungs-Blog für Zahntechniker)

Durch die Lieferung der Informationen bekommt die ZA Praxis zufriedenere Patienten, was auch ihren Mehrwert steigert. 😉

2. Denke an den Grundsatz „Form folgt Funktion!

Lerne die Informationen zu lesen. Nimm die Modelle aus dem Arti. Schau Dir Schlifffacetten an.

Wo befinden sie sich? Welchen Winkel weisen sie auf? Ahme passende Bewegungen im „Handartikulator“ nach. Berücksichtige diese Erkenntnisse bei der Herstellung des Zahnersatzes penibel.

3. Schaff Dir Deine eigene Naturbibliothek!

Natürlicher Zahn

Wo immer Du die Chance hast Dir Modelle mit natürlichen Zähnen (auch Teilsegmente) zuzulegen…tu es. Gegenbißmodelle, welche in der Tonne landen, Freunde/ Familie selbst abformen, oder in einer freundlichen Praxis extrahierte Zähne bekommen. Das alles sind wertvolle Gratisinformationen für Dich.

Nutze Deine Chance!